Juli 2008


Jochen Jung beschreibt in den heutigen Börsenblatt News, daß auch Möbelhäuser zur Quellen von Bücherschnäppchen werden können.

Er schreibt: “So ging es mir vor Tagen: ein seltsam bräunlich verquollenes Sofa, dahinter ein schräges Regal, das sich für Bücher überhaupt nicht eignete und in Wahrheit nicht einmal fürs Anschauen, egal, da lagen zwei Oktavbände, marmoriert: Eugène Sue, »Die sieben Todsünden«. Erster Band: »Hoffart«. Leipzig 1847.” Wenn dann noch der Verkäufer wenig von Büchern versteht, ist der Kauf perfekt.

Man sollte mehr Zeit in Möbelhäusern zubringen. ;-)

Im Börsenblatt-Newsletter kann man heute nachlesen, daß die Schüler an deutschen Schulen seit dem Inkrafttreten der Rechtschreibreform vor zehn Jahren annähernd doppelt so viele Fehler machen wie zuvor. Besonders in dem regulierten Bereich.

Wenn man das vorher geahnt hätte, wäre uns allen diese Reform erspart geblieben.

Wie es zwischen jungen Männern zu geschehen pflegt, ihre Gespräche beginnen mit dem Universum und hören mit den Frauen auf.

(Karl Ferdinand Gutzkow “Die Ritter vom Geiste”, S. 1801)

Andreas Wilhelm schreibt auf seiner Website, das das Manuskript für den Nachfolger von “Projekt Babylon” und “Projekt Sakkara” fertig ist. Das Buch wird voraussichtlich im Frühjahr 2009 erscheinen.

Leider gibt es außer einem Titelbild keinerlei Hinweise auf den Inhalt. Aber man kann ja etwas spekulieren. Das Titelbild zeigt stilisierte Stierhörner und eine Sonnenscheibe. Die Darstellung erinnert ein wenig an die kretisch-minoische Kultur. Spielt also der dritte Teil im Mittelmehrraum?

Zusatz vom 30.09.08: Da der Titel nun endlich bekannt ist, habe ich den Eintrag entsprechend angepaßt.

… das Chaos der Bildungslosigkeit, die Tyrannei der Bildungsverachtung nenn’ ich den Untergang der Welt.

(Karl Ferdinand Gutzkow “Die Ritter vom Geiste”, S. 1726)

Mein Lieblings-Eintrag im ZVAB-Blog sind die “Bücher für die ‘Blöden’”. Wenn mir mal wieder richtig ostalgisch zumute ist, erinnert mich das an meine Wurzeln und bringt mich wieder auf die Beine.

Es gab ja nichts anderes als Bücher. Keine Fitnesszentren gab’s, kein Yoga, keine Pendel und keine Wünschelruten, keine Pyramiden gegen die Gehirnschwingungen der bösen Nachbarin, keine Homöopathie für die Zuckerpillennascher, keine nach Schnaps duftenden Bachblütentherapeuten, keine tagelangen Suchen nach den drei biologischsten Äpfel in München, keine Computer, kein Video, keine Peepshow…

In Hamburgs Gymnasien gibt es keine Pflichtlektüre mehr. Der neue Rahmenplan für den Deutschunterricht verzichtet auf Vorgaben. Falls man also mal mit einem Hamburger spricht, nicht wundern, wenn dieser weder Goethes Faust noch Manns Buddenbrooks kennt.

(Quelle: Welt online)

Wagner:

Mit Eifer hab’ ich mich der Studien beflissen;
Zwar weiß ich viel, doch möcht’ ich alles wissen.

(Ab.)

Faust (allein):

Wie nur dem Kopf nicht alle Hoffnung schwindet,
Der immerfort an schalem Zeuge klebt,
Mit gier’ger Hand nach Schätzen gräbt,
Und froh ist, wenn er Regenwürmer findet!

(Johann Wolfgang von Goethe “Faust I”)

Für Fans von Cory Doctorow gibt es gute Nachrichten. Seine beiden Bücher “Backup” und “Upload” sind als Kompletttext frei im Netz verfügbar.

H. G. Wells hat schon 1914 in seinem Roman “The World Set Free” die Konstruktion und den Einsatz von Atomwaffen beschrieben.

Erik Strub hat die Hintergründe in seinem Artikel “Soddy, Wells und die Atombombe” beschrieben (Physik Journal, 7/2005, S. 50ff.).

… ein Land, in dem man schweigen muß, lehrt uns denken. Da, wo man Alles sagen darf, denken die Menschen nicht mehr.

(Karl Ferdinand Gutzkow “Die Ritter vom Geiste”, S. 1047)

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