Wer mehr als 1 Dutzend ‘Gesamtausgaben’ besitzt, ist ein Charlatan ! – Oder aber : er hat sie nicht gelesen.
(Arno Schmidt “Die Gelehrtenrepublik”, BA I/2, S. 317)
10. Mai 2011
Wer mehr als 1 Dutzend ‘Gesamtausgaben’ besitzt, ist ein Charlatan ! – Oder aber : er hat sie nicht gelesen.
(Arno Schmidt “Die Gelehrtenrepublik”, BA I/2, S. 317)
24. Juli 2010
Auf dem “Dringend lesen!”-Stapel liegen 78 Bücher, drum herum weitere drei- bis vierhundert. Und böse Menschen schenken mir immer neue Bücher, und wenn sie besonders böse sind, dann schenken sie mir auch noch interessante Bücher.
(Helmut Krausser, Tagebuch des Januar 2001, 01.01.2001)
22. Juni 2010
Was die Bildungsreformer aller Richtungen eint, ist ihr Haß auf die traditionelle Idee von Bildung. Daß Menschen ein zweckfreies, zusammenhängendes, inhaltlich an den Traditionen der großen Kulturen ausgerichtetes Wissen aufweisen könnten, das sie nicht nur befähigt, einen Charakter zu bilden, sondern ihnen auch ein Moment von Freiheit gegenüber den Diktaten des Zeitgeistes gewährt, ist ihnen offenbar ein Greuel. Gebildete nämlich wären alles andere als jene reibungslos funktionierenden flexiblen, mobilen und teamfähigen Klons, die manche gerne als Resultat von Bildung sähen.
(Konrad Paul Liessmann “Theorie der Unbildung. Die Irrtümer der Wissensgesellschaft”, S. 52f)
22. Juni 2010
Wissen kann deshalb nicht konsumiert werden, Bildungsstätten können keine Dienstleistungsunternehmen sein, und die Aneignung von Wissen kann nicht spielerisch erfolgen, weil es ohne die Mühe des Denkens schlicht und einfach nicht geht.
(Konrad Paul Liessmann “Theorie der Unbildung. Die Irrtümer der Wissensgesellschaft”, S. 31)
22. Februar 2010
Was unter dem Namen Religion umgeht, ist bestenfalls, wie ich Ihnen in Wien schon sagte, etwas Ähnliches wie Lebertran. Man sagt, es kräftige, aber es ist unangenehm zu schlucken, und es hilft nicht viel.
(Friedrich Glauser “Matto regiert”, S. 106)
6. Juni 2009
Ich lese zur Zeit den ersten Band der Arno Schmidt Werkausgabe (BA I/1). Hier ein paar gesammelte Zitate aus “Brand’s Haide”.
Wenn ich tot bin, mir soll mal Einer mit Auferstehung oder so kommen : ich hau ihm eine rein !
(Arno Schmidt, “Brand’s Haide”, BA I/1, S. 129)
von mir aus kanns jüngste Gericht mitsamt dem jüngsten Gerichtsvollzieher kommen : bei mir ist nicht zu holen !
(Arno Schmidt, “Brand’s Haide”, BA I/1, S. 167)
Es ist nicht so eilig, daß es nicht durch Liegenlassen noch eiliger würde !
(Arno Schmidt, “Brand’s Haide”, BA I/1, S. 185)
30. Mai 2009
Das war die Zeit, als R.D. Laing der angesagte Analytiker und Wahnsinn zwar nicht gerade in Mode, zumindest aber eine alternative Sichtweise der Dinge war, grob gesagt, die Verrückten als die wahrhaft Normalen galten.
(Alan Bennett, “Vatertage”, S. 68)
Eigentlich könnte ich noch viel mehr gute Zitate aus dem Buch bringen, aber es würde dann daraus hinauslaufen, das ganze Buch abzuschreiben. Alan Bennett schreibt kurz und prägnant, und jeder Satz ist ein Treffer. Also lasse ich es mit diesem einen Zitat bewenden.
1. Mai 2009
“Cyrus! Daher zu mir!”
Es ist nicht bekannt, in welcher Sprache Hofrat Klementi sich für gewöhnlich mit seinem Hunde verständigte. Vielleicht hatte sich Cyrus in langjährigem Zusammenleben mit seinem Herrn einige Kenntnisse im Aramäischen oder Vulgärarabischen erworben. Deutsch schien er auf keinen Fall zu verstehen.
(Leo Perutz, “Zwischen neun und neun”, S. 19)